Gericht/Institution:LG Gießen
Erscheinungsdatum:19.11.2018
Entscheidungsdatum:19.11.2018
Aktenzeichen:5 Ks – 499 Js 29680/17
Quelle:juris Logo

Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Johanna Bohnacker

 

Das LG Gießen hat im Strafverfahren wegen der Tötung der 8-jährigen Johanna Bohnacker den Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Nach den Feststellungen der Kammer tötete der Angeklagte das Mädchen im September 1999 in Ranstadt, indem er ihren Kopf 29-mal mit Klebeband umwickelte und hierdurch den Erstickungstod des Mädchens herbeiführte. Der Angeklagte hatte, nachdem sein Fingerabdruck auf dem bei der Tat verwendeten Klebeband identifiziert worden war, eingeräumt, das Mädchen mit Chloroform betäubt und sodann in seinem Kofferraum mitgenommen zu haben.

Das LG Gießen hat gegen den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt und zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Daneben erfolgte eine Verurteilung wegen tateinheitlich begangener versuchter sexueller Nötigung sowie wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornographischer Schriften.

Nach Auffassung des Landgerichts ist der wechselnden Einlassung des Angeklagten, wonach sich der Tod des Mädchens, aus seiner Sicht als Unfall dargestellt hat, nicht zu folgen. Die Hauptverhandlung habe erwiesen, dass Ersticken wegen des Einsatzes des Klebebandes die einzige denkbare Todesursache darstelle. Es sei auszuschließen, dass der Angeklagte beim Umwickeln die Möglichkeit des Erstickungstodes nicht erkannt und gebilligt habe. Aufgrund der Beweislage sei es entweder so gewesen, dass der Angeklagte Johannas Kopf mit Klebeband umwickelt habe, weil ihn dies bereits als solches sexuell erregte, oder – alternativ – nach Durchführung einer Vergewaltigung zur Verdeckung dieser Straftat. Die bei dem Angeklagten vorliegende pädophile Nebenströmung habe hierbei seine Schuldfähigkeit nicht beeinträchtigt.

Die kriminelle Intensität der Tat des Angeklagten sei hervorzuheben. Dieser habe die Tat nicht nur am hellen Tag in der Nähe eines belebten Fußballplatzes begangen, sondern sei bereits zuvor stundenlang auf der Suche nach einem Opfer mit seinem Auto umhergefahren. Auch die Art der Tatausführung im Zuge der Fesselung des Mädchens wiege schwer.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des LG Gießen Nr. 27/2018 v. 19.11.2018


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