Gericht/Institution:BMFSFJ
Erscheinungsdatum:23.05.2019
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Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes im Saarland: 65 Mio. Euro zur Entlastung für Familien

 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat am 23.05.2019 zusammen mit Bildungsminister Ulrich Commerçon den Vertrag zur Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes für das Saarland unterzeichnet.

Das Saarland ist damit deutschlandweit das zweite Bundesland nach Bremen, in dem das Gute-KiTa-Gesetz rechtsverbindlich wird. Mit der Unterzeichnung des "Gute-KiTa-Vertrags" kann die Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes im Saarland starten. Mit den Mitteln des Gute-KiTa-Gesetzes – rund 65 Mio. Euro bis zum Jahr 2022 – wird das Saarland unter anderem KiTas mit besonderen Herausforderungen personell besser ausstatten, die Leitungen von KiTas stärken, mehr Fachkräfte gewinnen, die sprachliche Bildung fördern und die Elternbeiträge senken. Mit den Mitteln des Gute-KiTa-Gesetzes werden im Saarland – wie im Vertrag vorgesehen – Schwerpunkte in folgenden Handlungsfeldern gesetzt:

1. Fachkraft-Kind-Schlüssel

Der Fachkraft-Kind-Schlüssel soll bei bis zu 25 Einrichtungen mit besonderen Herausforderungen verbessert werden. Ziel ist es, die zusätzlichen Aufgabenstellungen und Belastungen von KiTas mit großen Herausforderungen durch zusätzliche personelle Ressourcen auszugleichen und diesen KiTas pro Gruppe eine zusätzliche Viertelstelle zur Verfügung zu stellen. 

2. Stärkung der Leitung

KiTa-Leitungen erhalten künftig mehr Zeit, um intensiver konzeptionell zu arbeiten, um die Teamführung zu verbessern und Vernetzungs- und Verwaltungsaufgaben effektiver wahrzunehmen. Zudem können Erzieherinnen und Erzieher ohne Hochschulabschluss in Leitungsfunktionen eine zusätzliche Qualifizierung im Rahmen eines Zertifikatsstudienganges für diese anspruchsvolle Tätigkeit erlangen.

3. Fachkräftesicherung und -gewinnung

Gute KiTas brauchen gut ausgebildete und motivierte Erzieherinnen und Erzieher. Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, wird ab dem 01.08.2019 erstmals ein vergütetes und praxisintegriertes Ausbildungsmodell angeboten. Hierzu werden im Rahmen der Fachkräfteoffensive des Bundes 52 Ausbildungsplätze geschaffen. Zusätzliche 41 weitere Plätze werden mit Mitteln des Gute-KiTa-Gesetzes zu denselben Konditionen inklusive Praxisanleitung angeboten.

4. Förderung sprachlicher Bildung

Das Saarland wird seine Fachkräfte durch den Zertifikatsstudiengang "Sprache und interkulturelle Bildung" weiter qualifizieren. Der dreisemestrige Zertifikatsstudiengang vertieft die Kenntnisse in kultursensibler und inklusiver Arbeit. So können Familien und ihre Kinder mit Migrationshintergrund besser integriert und die Zielformulierungen des Bildungsprogramms für saarländische Krippen und Kindergärten weiter und nachhaltig implementiert werden.

5. Entlastung der Eltern von Gebühren

Im Saarland zahlen Familien verhältnismäßig hohe Elternbeiträge. Bildungsgerechtigkeit und echte Teilhabe für jedes Kind beginnt in der Krippe. Damit alle Kinder gute Startchancen ins Leben haben, werden Familien finanziell bei den Beiträgen entlastet. Bis 2022 reduziert sich der Elternanteil um die Hälfte. Hierzu stellt das Saarland insgesamt 93 Mio. Euro (45,5 Mio. Euro Land plus 47,5 Mio. Euro aus dem Gute-KiTa-Gesetz) zur Verfügung. Bei der Kindertagespflege ist vorgesehen, die Landesförderung von 0,60 Euro auf 0,75 Euro pro Stunde und Kind zu erhöhen. So werden auch Eltern entlastet, deren Kinder bei einer Tagespflegeperson betreut werden.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend v. 23.05.2019


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