Jurastudium finanzieren (Symbolbild)
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8 Hilfen, Dein Jurastudium zu finanzieren: BAföG, Stipendium, Jobben & Co

„Geld hat man zu haben“ lautet ein zivilrechtlicher Grundsatz, den Du im Studium noch kennenlernen wirst. Bezogen auf die Finanzierung Deines Studiums kann man den Grundsatz vielleicht so übersetzen: Werde Dir bewusst, dass Dein Studium Zeit braucht – Zeit, in der Du meist wenig zu Deinem Lebensunterhalt beitragen kannst. Kläre deshalb frühzeitig und sorgfältig, wie Du finanziell klarkommen willst.

1. Unterhalt durch die Eltern

Von unschätzbarem Vorteil ist es, wenn Deine Eltern Dich finanziell unterstützen können – und wollen. Sei Dir bewusst, dass vielen Kommilitonen diese Starthilfe nicht vergönnt ist – sei dankbar! Wichtig ist aber auch: Lass Dich angesichts der finanziellen Unterstützung nicht in Deiner Unabhängigkeit beeinträchtigen. Wenn Deine Eltern beispielsweise der Ansicht sind, dass Du unbedingt in der Nähe studieren sollst, Du aber an einer anderen Uni studieren möchtest, erinnere Dich daran, dass es um Deine Zukunft geht, nicht um die Deiner Eltern. Zum Erwachsenwerden gehört – gerade bei sehr fürsorglichen Eltern – oft ein gewisses „Freistrampeln“ dazu.

Rechtlich betrachtet hast Du in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt durch Deine Eltern, das gilt auch wenn Du volljährig bist – und bis zum Abschluss Deiner ersten beruflichen Ausbildung. Dazu gehört auch das Studium.

2. Stipendien

Mit einem Stipendium werden Studierende unterstützt, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen und sich erfolgreich um eine Förderung bei einem Stipendiengeber beworben haben. Auch wenn Du nicht das Gefühl hast, besonders durch Deine schulischen Leistungen hervorzustechen: Ein Einser-Abi ist nicht zwingend, und neben der schulischen Leistung geht es auch um andere Kritierien, z.B. ehrenamtliches Engagement. Neben 13 größeren Begabtenförderungswerken, von denen viele religiöse oder politische Wurzeln haben, gibt es zahlreiche andere Stipendiengeber, die teils regional oder thematisch beschränkt sind. So gibt es zum Beispiel auch große Anwaltskanzleien, die Master-Studiengänge im Ausland fördern. Verpass nicht die Chance, informier Dich gezielt zu dem Thema, auch wenn Du Dir aktuell keinen Erfolg ausrechnest!

Link: Stipendienlotse des Bildungsministeriums

3. BAföG

BAföG ist eine Abkürzung und steht für das Bundesausbildungsförderungsgesetz. Umgangssprachlich nennt man aber auch die Unterstützungsleistungen an Schüler und Studierende, die aufgrund dieses Gesetzes erfolgen, als BAföG. Das BAföG soll ein Studium ermöglichen, wenn das Einkommen der Eltern zur Studienfinanzierung nicht ausreicht.

Auch wenn Deine Eltern der Ansicht sind, dass sie zu gut für BAföG verdienen, kann sich ein Antrag lohnen. Das BAföG wird grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, den man nicht zurückzahlen muss, zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Die Antragstellung kann auch elektronisch erfolgen.

Das Bildungsministerium stellt zum Bafög reichlich Informationen, zum Beispiel auch Beispielberechnungen, auf seiner eigenen Plattform zur Verfügung:

Link: BAföG-Informationsseite des Bildungsministeriums

4. Jobben

Es ist ganz klar: Wenn Du neben dem Studium arbeitest, kannst Du diese Zeit weder zum Studieren noch zur Erholung nutzen (lies auch unseren Artikel zur Entspannung im Jurastudium). Sei Dir dessen bewusst, und arbeite nur so viel, wie es wirklich notwendig oder aus wichtigem Grund geboten ist.

Viele Studenten arbeiten im Rahmen eines Minijobs, mit dem bis zu einem monatlichen Verdienst in Höhe von 450,- Euro keine Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Man darf auch als Student mehr verdienen, allerdings muss man dann auch Steuern und Sozialabgaben zahlen, jedoch nur zum Teil („Werkstudentenprivileg“). Die wichtigste Voraussetzung: das Studium muss zeitlich vorgehen, d.h. die Arbeitszeit darf maximal 20 Stunden pro Woche betragen. Wenn Du zudem jünger als 25 Jahre alt bist und weniger als 445,- Euro verdienst, reicht die Krankenversicherung über die Familienversicherung der Eltern aus. Grundsätzlich solltest Du bei jedem Job aber Rücksprache mit der Krankenkasse halten.

Dein Studentenjob kann Dir natürlich auch fachlich und für Deine berufliche Zukunft von Vorteil sein: Bewährst Du Dich als Student schon in einer Anwaltskanzlei, hast Du auch gute Chancen für eine Perspektive nach dem Examen. Daneben sammelst Du praktische Berufserfahrungen, die immer wertvoll sind. Auch die Arbeit am Lehrstuhl kann interessant sein, zum einen ist es logistisch einfacher, wenn Dein Job gleich an der Uni liegt, zum anderen kannst Du den Grundstein zum Beispiel für eine Promotion legen.

5. Studienkredit

Die KfW – die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ bietet Studierenden zinsgünstige Darlehen an. Die KfW ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die ursprünglich zur Finanzierung des Wiederaufbaus Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Die Förderung von Studierenden im Rahmen des Studienkredits erfolgt ohne Sicherheiten und unabhängig von eventuellem weiteren Einkommen. Die Tilgung kann flexibel und mit niedrigen Raten erfolgen. Wichtig: Nimm nicht zu leichtfertig einen Studienkredit auf, denn Du musst jeden Cent und auch Zinsen darauf zurückzahlen. Schon gar nicht solltest Du den Studienkredit einfach für einen luxuriöseren Lebensstil aufnehmen.

6. Bildungsfonds

Bildungsfonds sollen Studierenden mit sehr guten Leistungen und guten Aussichten auf eine gute Anstellung nach dem Studium eine Finanzierung und/oder ideelle Unterstützung geben. Die Studierenden müssen sich allerdings verpflichten, die Hilfe zügig nach dem Studium zurückzuzahlen, mit Zinsen. Von daher gilt das für Studienkredite gesagte entsprechend. Bei den Bildungsfonds, deren Geldgeber in der Regel Fonds-Investoren sind, muss Dir bewusst sein, dass Du zum Investitionsobjekt wirst und Deine Rückzahlung die wichtige Rendite des Fonds-Investors darstellt. Wer über eine Förderung durch einen Bildungsfonds nachdenkt, sollte zunächst alle Möglichkeiten zur Förderung durch ein Stipendium geprüft haben.

7. Wohngeld und weitere Leistungen

Neben den genannten Finanzierungsmöglichkeiten gibt es noch weitere finanzielle Hilfen, die meist jedoch nur in Ausnahmefällen in Frage kommen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Wohngeld
  • Darlehenskassen der Studentenwerke (für Notlagen)
  • Arbeitslosengeld II

8. Studentische Sparsamkeit

Nicht zuletzt: Wer mit begrenztem Budget studiert muss sich finanziell einschränken. Wenn Du in einer Großstadt studierst, brauchst Du wirklich ein Auto? Muss es im Urlaub wirklich ein Südsee-Strand sein, oder reicht vielleicht auch der nächste Baggersee? Im Studium haben viele gelernt, dass man auch mit wenig Geld gut klarkommen kann, und das ist mit Sicherheit eine gute Lektion für das ganze Leben.

Lehrbücher muss man nicht zwingend kaufen, in der Bibliothek kann man kostenlos darauf zugreifen. Aus der Lehrbuchsammlung kann man sich die Bücher auch langfristig ausleihen.

Ein Abendessen muss nicht 10 Euro vom Pizzaservice kosten. Die Packung Spaghetti kostet 40 Cent, und davon kann die ganze WG satt werden (optional: aglio e olio, oder für die ganz Harten: Ketchup). Günstig und lecker kannst Du auch mit Hilfe von Apps essen, in denen von Restaurants abends übrig gebliebene Lebensmittel angeboten werden. Wasser aus dem Hahn ist wesentlich günstiger, und oft wohl auch gesünder als abgefülltes Wasser. Und Du sparst das Schleppen von Getränkekästen und Plastikmüll!

Eigene Versicherungen können sich Studierende meist sparen, da häufig noch eine Mitversicherung über die Eltern greift. Dies solltest Du klären.

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