• 22.01.2026
  • Zeitschrift für die Steuer- und Erbrechtspraxis (ZErb)

Gestaltungen für besondere Familienkonstellationen – Teil 1: Das Geschiedenentestament

Besondere Familienkonstellationen, wie solche mit geschiedenen Eltern oder Patchworkfamilien mit Kindern aus mehreren Beziehungen, sind in Deutschland längst gelebte Realität. Die Gestaltung letztwilliger Verfügungen in diesen Fällen ist vielfältig, rechtlich anspruchsvoll und erfordert neben fundierten Kenntnissen des Erbrechts ein sensibles Gespür für familiendynamische Hintergründe. Ziel dieses Beitrags ist es, die typischen Gestaltungsbedürfnisse der künftigen Erblasser aufzuzeigen, das Problembewusstsein für die rechtlichen Fallstricke zu schärfen und potenzielle Gestaltungslösungen zu finden.

In diesem Teil des Beitrags widmet sich einer eingehenden Betrachtung von Geschiedenentestamenten. Um einen geschiedenen Ehegatten von der Erbfolge auszuschließen und gemeinsame Kinder vor mittelbarem Zugriff auf das weitergegebene Vermögen zu schützen, stehen verschiedene Gestaltungsinstrumente zur Verfügung. Je nach Einzelfall kann die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft, von Vermächtnissen oder eine Kombination beider Modelle die geeignetste Absicherung darstellen. Bei minderjährigen Kindern sollte der Entzug der Vermögenssorge in Erwägung gezogen werden, während der Schutz des Vermögens durch die Anordnung einer Dauertestamentsvollstreckung auch bei Erreichen der Volljährigkeit über das 18. Lebensjahr hinaus gewährleistet werden kann.

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Zeitschrift für die Steuer- und Erbrechtspraxis (ZErb)
Quelle: Fundstelle:
  • ZErb 2026, 1-5
Autoren:
  • Julia Roglmeier
  • Laura Hoyer