Gericht/Institution:BSG
Erscheinungsdatum:20.05.2019
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Vorsitzender Richter am BSG Alexander Gagel verstorben

 

Der Vorsitzende Richter am BSG a.D. Dr. Dr. h.c. Alexander Gagel ist am 10.05.2019 im Alter von 86 Jahren verstorben.

Herr Gagel wurde 1933 in Leipzig geboren. Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und Berlin war er bis 1958 Assistent am Institut für Arbeitsrecht der Universität Heidelberg, wo er auch im Jahre 1963 zum Dr. jur. promovierte. Danach arbeitete er zunächst in einer arbeitsrechtlichen Anwaltspraxis.

Im Juli 1963 trat Herr Gagel in die Sozialgerichtsbarkeit beim SG Kassel ein. Dort war er – unterbrochen durch eine einjährige Abordnung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das BSG – als Richter in verschiedenen Rechtsgebieten tätig, bis er 1970 zum Direktor des SG Wiesbaden berufen wurde. Im Februar 1974 wurde er zum Richter am BSG ernannt. Hier gehörte er zunächst dem für das Arbeitsförderungsrecht zuständigen 7. Senat und später dem für Beitragsstreitigkeiten zuständigen 12. Senat an. Ab 1989 war er stellvertretender Vorsitzender des ebenfalls für Arbeitsförderungsrecht zuständigen 11. Senats. Im Januar 1991 wurde Herr Gagel zum Vorsitzenden Richter des damals neu errichteten 13. Senats (Rentenversicherungsrecht) ernannt. Ende Februar 1998 wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

Alexander Gagel hat auch während seiner sozialrichterlichen Tätigkeit das Interesse an arbeitsrechtlichen Fragestellungen nicht verloren und sein Augenmerk insbesondere auf die Verzahnung und die Überschneidungsbereiche beider Rechtsgebiete gelegt, sei es im Arbeitsförderungs- oder dem Beitragsrecht.

Außerdem ist er mit zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen, insbesondere auf dem Gebiet des Arbeitsförderungsrechts, hervorgetreten (u.a. als Herausgeber und Mitautor eines Kommentars zum Arbeitsförderungsrecht und im Handbuch zum Arbeitsrecht). Sein Interesse galt ferner besonders dem Behindertenrecht: So war er zwischen 2003 bis 2009 Herausgeber der "SGB IX Info" bzw. des Diskussionsforums "Prävention und Teilhabe" beim Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Im Oktober 2010 wurde ihm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Ehrendoktorwürde verliehen. Über sein Wirken als Richter und Wissenschaftler wurde eine Schrift erstellt, die die ganze Breite seines Engagements abbildet (Bieback, Fuchsloch, Kohte, "Arbeitsmarktpolitik und Sozialrecht", 2011).

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des BSG Nr. 16/2019 v. 20.05.2019


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