Gericht/Institution:BReg
Erscheinungsdatum:11.06.2019
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Bundestag gibt grünes Licht für mehr Unterstützung für Azubis

 

Der Bundestag hat beschlossen, dass zum Start des Ausbildungsjahres am 01.08.2019 die Berufsausbildungsbeihilfe für Auszubildende und das Ausbildungsgeld für junge Menschen mit Behinderung steigen.

Der Staat fördert nicht nur Studierende und Schüler mit dem BAföG. Mit Berufsausbildungsbeihilfe unterstützt er auch junge Menschen, die eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung machen. Die Bedarfssätze und die Einkommensfreibeträge werden in zwei Stufen angehoben. Zum 01.08.2019 steigt der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen deutlich: von derzeit 622 Euro auf 716 Euro monatlich. Zum 01.08.2020 steigt er nochmals auf 723 Euro pro Monat.

Nicht nur die Bedarfssätze steigen, auch die Einkommensfreibeträge für das Einkommen werden erhöht.

Berufsausbildungsbeihilfe solle helfen, wirtschaftliche Hürden zu überwinden, die der Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung entgegenstünden. So solle besonders auch die Mobilität von Ausbildungsbewerbern und Auszubildenden gesteigert werden. Denn eine qualifizierte Ausbildung sei das beste Fundament für beruflichen Erfolg und die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Wenn die Ausbildungsvergütung nicht für Unterkunft und Lebensunterhalt reiche, könne die Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe zahlen: z.B. an minderjährige Auszubildende, deren Ausbildungsstelle weit vom Elternhaus entfernt sei. Bei Auszubildenden über 18 Jahren mit Kind und/oder Partner spiele die Frage der Entfernung des Ausbildungsbetriebes vom Elternhaus keine Rolle. 2017 seien rund 87.000 junge Menschen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert worden, darunter ca. 60.000 Auszubildende und rund 26.000 Teilnehmer an berufsvorbereitenden Maßnahmen.

Berufsausbildungsbeihilfe beantrage man bei den Arbeitsagenturen oder Jobcentern - oder einfach online. Das sei auch noch nach Beginn einer Ausbildung oder einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme möglich. Bei letzterer könne man sich nachträglich auf einen Hauptschulabschluss oder gleichwertigen Schulabschluss vorbereiten. Die Höhe der Ausbildungsbeihilfe richte sich nach Unterkunft, Ausbildungsvergütung und Jahreseinkommen der Eltern bzw. des Partners oder der Partnerin.

Das Ausbildungsgeld sei eine vergleichbare Förderung für junge Menschen, die eine Ausbildung in einer besonderen Einrichtung der beruflichen Rehabilitation oder in einer Behindertenwerkstatt absolvierten. Ausbildungsgeld gebe es auch bei einer betrieblichen Qualifizierung während einer sog. "Unterstützenden Beschäftigung".

Beim Ausbildungsgeld erhöhen sich die Bedarfssätze um 5% zum 01.08.2019 und noch einmal um 2% zum 01.08.2020. Die Freibeträge für das Einkommen der Eltern steigen 2019 um 7%.

Im Jahr 2017 wurden rund 62.000 Auszubildende mit Ausbildungsgeld gefördert.

Für junge Menschen mit Behinderung gäbe es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, die das Erlernen eines Berufes erleichtern sollten. So werden in bundesweit 51 Berufsbildungswerken mehr als 160 Bildungsgänge mit anerkanntem Abschluss mit rund 13.000 Plätzen angeboten.

juris-Redaktion
Quelle: Newsletter Bundesregierung aktuell v. 07.06.2019


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