Gericht/Institution:VG Köln
Erscheinungsdatum:01.10.2019
Entscheidungsdatum:28.09.2019
Aktenzeichen:21 L 1804/19
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Stadt darf fortgenommene Haustiere an neuen Tierhalter veräußern

 

Das VG Köln hat entschieden, dass die Stadt Köln zwei Schäferhunde, eine Katze und einige Reptilien veräußern darf, die eine Tierhalterin in ihrer Wohnung nicht artgerecht gehalten beziehungsweise vernachlässigt hatte.

Die Antragstellerin hielt in ihrer Wohnung zwei Deutsche Schäferhunde, eine Katze sowie in Terrarien mehrere Reptilien (u.a. Königspythons, eine Kornnatter, eine Bartagame sowie Leopard-Geckos). Nachdem die Stadt Köln von den Haltungsbedingungen Kenntnis erlangt hatte, führte deren amtliche Tierärztin zunächst eine Vor-Ort-Kontrolle durch und nahm bei einer weiteren Vor-Ort-Kontrolle wenige Tage später sämtliche noch in der Wohnung verbliebenen Tiere zunächst vorläufig mit und brachte diese anderweitig unter. Kurz danach ordnete die Stadt Köln die Veräußerung der fortgenommenen Tiere an einen neuen Tierhalter an. Gegen diese Maßnahmen erhob die bisherige Tierhalterin Klage. Mit einem gleichzeitig gestellten Eilantrag versuchte die Antragstellerin insbesondere zu verhindern, dass die Stadt Köln die fortgenommenen Tiere veräußert.

Das VG Köln hat den Eilantrag abgelehnt und die tierschutzrechtliche Fortnahme- und Veräußerungsentscheidung der Stadt Köln bestätigt.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts haben die in der Wohnung vorherrschenden Bedingungen nicht den Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung entsprochen. So habe den Hunden und der Katze bei beiden Kontrollen kein Wasser zur Verfügung gestanden. Die den Hunden durch die Amtsärztin angebotenen Schüsseln mit Frischwasser hätten diese gleich mehrfach "auf einen Zug" ausgeleert und in einem Fall sogar um einen Rest Wasser gekämpft. Auch hätten die Hunde keine erforderlichen Liegeplätze und Rückzugsmöglichkeiten gehabt. Bei der Fortnahme habe ihr Fell nach Urin gerochen. Dem Königspython und der Kornnatter hätte ebenfalls kein Wasser zur Verfügung gestanden. In ihren Terrarien hätten Licht, eine Wärmelampe, ein Thermometer und ein Hygrometer gefehlt. Aufgrund dessen habe die Antragstellerin insbesondere das Ernährungs- und Pflegegebot sowie das Gebot verhaltensgerechter Unterbringung in gewichtiger Weise verletzt; die fortgenommenen Tiere seien erheblich vernachlässigt gewesen. Aus dem gewichtigen Fehlverhalten der Antragstellerin könne geschlossen werden, dass diese die nötigen Haltungsbedingungen auch nicht zeitnah werde sicherstellen können. Deswegen habe die Stadt Köln die Veräußerung der Tiere ohne das Setzen einer Frist anordnen können.

Gegen den Beschluss kann Beschwerde eingelegt werden, über die das OVG Münster entscheiden würde.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des VG Köln v. 01.10.2019


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