Gericht/Institution:OLG Köln
Erscheinungsdatum:07.10.2019
Entscheidungsdatum:10.09.2018
Aktenzeichen:5 U 206/17
Quelle:juris Logo

Arzt muss bei Knochenersatzmaterial nicht über Verwendung tierischen Materials aufklären

 

Das OLG Köln hat entschieden, dass dann, wenn bei einem Patienten ein Knochenaufbau erforderlich ist, der Arzt nicht darüber aufklären muss, ob er tierisches oder künstliches Material verwendet.

Es handele sich dabei nicht um Behandlungsalternativen, so das Oberlandesgericht.

Ein Zahnarzt hatte nach dem Ziehen eines Zahnes den Knochendefekt mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Dabei hatte er tierisches, aus Rinderknochen gewonnenes Füllmaterial verwendet. Es stellte sich die Frage, ob er die Patientin darüber vorher hätte aufklären müssen. Die Patientin behauptete überdies, sie habe ausdrücklich erklärt, nur mit der Verwendung synthetischen Knochenersatzmaterials einverstanden zu sein. Sie sei nie über die Risiken bei Verwendung tierischen Materials aufgeklärt worden.

Das OLG Köln hat die Klage der Patientin abgewiesen.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts ist die Behandlung nach den Ausführungen des Sachverständigen fehlerfrei gewesen. Weder ein Behandlungsfehler noch ein Aufklärungsmangel komme in Betracht. Die unterschiedlichen Materialien seien gleichwertig. Die Methoden hätten auch keine unterschiedlichen Risiken oder Nachteile. Daher seien die Behandlungsmethoden gleichwertig. In solchen Fällen müsse der Patient nicht gesondert aufgeklärt werden.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des DAV MedR 15/2019 v. 07.10.2019


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